Rechnungshof prüfte die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH

12. Juni 2026 – Höchste Umsätze im Bereich Aerospace Engineering, 2023/24 erstmals negatives Jahresergebnis

FOTEC - Copyright: Mockup: Farah Zainab Naqvi

Die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH (FOTEC GmbH) ist das Forschungsunternehmen der Fachhochschule Wiener Neustadt GmbH. Gegenstand des Unternehmens sind unter anderem die Planung und Abwicklung von Forschungs-, Technologie- und Innovationsvorhaben, die Fertigung von Prototypen sowie Vor- und Kleinserien, insbesondere für die Raumfahrt. Die FOTEC GmbH initiiert und wickelt Forschungs-, Technologie- und Innovationsvorhaben in vier operativen Bereichen ab: Engineering Technologies, Innovative Software Systems, Aerospace Engineering und Business Engineering.

Ihren Umsatz erwirtschaftete die FOTEC GmbH durch Antragsforschung – sie führte im überprüften Zeitraum (Geschäftsjahre 2019/20 bis 2023/24) 78 Forschungsprojekte durch – sowie durch Auftragsforschung und -entwicklung. Die Abwicklung der Forschungsprojekte und Aufträge von Dritten war umfassend geregelt. Ihr Strategiedokument, das „Konzept zur weiteren inhaltlichen Ausrichtung“, fügte sich in die Strategien des Eigentümers ein. Allerdings fehlten im Konzept eine Formulierung strategischer Teilziele, Maßnahmen zur Zielerreichung, Indikatoren und zeitliche Angaben zur Messung der Zielerreichung. 

2023/24 erstmals negatives Jahresergebnis

Die FOTEC GmbH erzielte in den ersten vier Jahren des überprüften Zeitraums, in den Geschäftsjahren 2019/20 bis 2022/23, positive Betriebsergebnisse und Jahresüberschüsse. Die höchsten Umsätze erwirtschaftete der Bereich Aerospace Engineering. 2023/24 wies sie erstmalig ein negatives Betriebsergebnis (rund 417.000 Euro) und einen Jahresfehlbetrag (rund 376.000 Euro) auf. Sie glich das negative Jahresergebnis durch die Auflösung von Kapitalrücklagen aus. Eine Schätzung für 2024/25 ergab ein vorläufiges negatives Jahresergebnis von rund 800.000 Euro. Gründe für die negative Entwicklung waren insbesondere

  • der Rückgang bei der Auftragsforschung und -entwicklung – der Anteil der Antragsforschung, die nicht kostendeckend war, stieg um 14 Prozentpunkte an, während der Anteil der Auftragsforschung im selben Ausmaß sank –,
  • der Wegfall von Lizenzerlösen,
  • die gleichbleibende Finanzierung durch die Fachhochschule Wiener Neustadt GmbH und die gestiegenen Personalaufwendungen.

Sollte sich die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung fortsetzen, bestand mittelfristig die Gefahr weiterer negativer Jahresergebnisse und dadurch einer Verringerung er liquiden Mittel und des Eigenkapitals.

Was ist zu tun

Um der negativen Entwicklung entgegenzuwirken, sollte die FOTEC GmbH Einsparungspotenziale identifizieren und realisieren sowie allenfalls zusätzliche Einnahmen durch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder generieren.

pdf Datei: 
2,437.2 KB
Umfang: 
60 Seiten

Bericht: FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH

Der Rechnungshof überprüfte von Mai bis August 2025 die Gebarung der FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH. Die Auswahl des Prüfungsgegenstands erfolgte aufgrund einer Stichprobe nach dem Zufallsprinzip. Prüfungsziel war die Beurteilung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH, ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Situation, der Ziele, Zielerreichung und Aufgabenerfüllung, der Personalwirtschaft sowie von Aspekten des Internen Kontrollsystems und der Compliance. Der überprüfte Zeitraum umfasste im Wesentlichen die Geschäftsjahre 2019/20 bis 2023/24.

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Zentrale Empfehlungen

  1. Der Rechnungshof empfahl der FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH (FOTEC GmbH), angesichts des zu erwartenden negativen Jahresergebnisses 2024/25 Einsparungspotenziale zu identifizieren und zu realisieren sowie allenfalls zusätzliche Einnahmen durch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder zu generieren. Dadurch sollten künftige Jahresfehlbeträge reduziert bzw. vermieden und der Bestand der FOTEC GmbH nachhaltig gesichert werden.
  2. im Hinblick auf eine künftig mögliche negative wirtschaftliche Entwicklung Szenarien (positive Entwicklung, neutraler Verlauf und negative Entwicklung) mit entsprechenden Steuerungsmaßnahmen zu entwerfen. Diese Szenarien wären der Generalversammlung der FOTEC GmbH regelmäßig zu berichten.
  3. im Konzept zur weiteren inhaltlichen Ausrichtung die Ziele der einzelnen Bereiche um Teilziele zu erweitern und um konkrete Maßnahmen zu ergänzen. Zudem wären geeignete Kennzahlen zur Messung der Zielerreichung zu entwickeln, ambitionierte Zielwerte festzulegen und konkrete Zeithorizonte für die Zielerreichung anzugeben.