Follow-up-Prüfung zu Lehre und Betreuungsverhältnissen an der Universität Graz und der Wirtschaftsuniversität Wien

19. Juni 2026 – Neun von zwölf überprüften Empfehlungen ganz oder teilweise umgesetzt

Studentin - Copyright: Foto: iStock/skynesher

Der Rechnungshof veröffentlichte im Jahr 2021 einen Bericht zu Lehre und Betreuungsverhältnissen an der Universität Graz und der Wirtschaftsuniversität Wien (pdf). Darin hatte er sieben Empfehlungen an das Wissenschaftsministerium, zwölf Empfehlungen an die Universität Graz und 14 Empfehlungen an die Wirtschaftsuniversität Wien gerichtet.

Heute veröffentlichte der Rechnungshof eine Follow-up-Prüfung (pdf). An den überprüften Universitäten verbesserten sich die Betreuungsrelationen, ebenso wie an fünf der sechs Universitäten mit der höchsten Anzahl (über 20.000) an ordentlichen Studierenden. Diese positive Entwicklung war dadurch begründet, dass die Zahl der Professorinnen und Professoren und Äquivalente anstieg, unter anderem aufgrund der Personaloffensive insbesondere in der Leistungsvereinbarungs-Periode 2022 bis 2024. Gleichzeitig sank die Anzahl der prüfungsaktiven Studien. Nach OECD-Standards stagnierte die Betreuungsrelation hingegen noch, während sich Staaten mit ähnlichen Betreuungsrelationen seit 2017 gegenüber Österreich verbessert hatten.

Beutreuungsrelationen verbesserten sich

Seit der Regelung des Zugangs zum Bachelorstudium Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien (Studienjahr 2019/20) verbesserten sich in diesem Studium die Betreuungsrelationen. Zudem stieg die Prüfungsaktivitätsquote. 

Während die Studienabschlüsse an allen öffentlichen Universitäten stiegen, gingen sie an der Universität Graz – trotz eines starken Anstiegs im Studienfeld Recht – zurück. Dies, obwohl sie verschiedene Maßnahmen setzte, um die Studierbarkeit zu verbessern. Auch sank sowohl an den überprüften Fakultäten der Universität Graz (der rechtswissenschaftlichen sowie der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät) wie auch an der Wirtschaftsuniversität Wien insgesamt die Lehrleistung je Vollzeitäquivalent.




Zentrale Empfehlungen

  1. Der­ Rechnungshof empfahl­ dem­ Bundesministerium­ für­ Frauen,­ Wissenschaft­ und Forschung, weiterhin Maßnahmen zu setzen, die die Betreuungsrelationen im Tertiärbereich an das Spitzenfeld der OECD-Staaten heranführen, um die Qualität des Studiums weiter zu verbessern und einen Beitrag zur Erreichung des nachhaltigen Entwicklungsziels 4 der Agenda 2030 zu leisten.
  2. Der­ Rechnungshof ­empfahl­ der­ Universität­ Graz­ und­ der ­Wirtschaftsuniversität­ Wien, die Gründe für die teilweise sinkende Lehrleistung je Vollzeitäquivalent zu analysieren und erforderlichenfalls Maßnahmen zu deren Erhöhung zu ergreifen.
  3. die mit den Lehrenden in Fällen (fortgesetzt) schlechter Lehrveranstaltungs-Evaluierungsergebnisse geführten Gespräche ebenso wie die vereinbarten beziehungsweise ergriffenen Maßnahmen zu dokumentieren.
  4. Der Rechnungshof empfahl der Universität Graz, die rückläufige Entwicklung bei den Studienabschlüssen weiterhin zu analysieren und das implementierte Unterstützungsangebot zu forcieren.


pdf Datei: 
2,075.7 KB
Umfang: 
60 Seiten

Bericht: Lehre und Betreuungsverhältnisse – Universität Graz und Wirtschaftsuniversität Wien; Follow-up-Überprüfung

Der Rechnungshof überprüfte von April bis Juni 2025 beim Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, der Universität Graz und der Wirtschaftsuniversität Wien die Umsetzung ausgewählter Empfehlungen, die er bei der vorangegangenen Gebarungsüberprüfung zum Thema „Lehre und Betreuungsverhältnisse – Universität Graz und Wirtschaftsuniversität Wien“ abgegeben hatte. Der Zeitraum der Follow-up-Überprüfung umfasste im Wesentlichen die Jahre 2019 bis 2024 bzw. die Studienjahre 2019/20 bis 2023/24. Adressat der Empfehlungen aus dem Vorbericht war das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Mit der Bundesministeriengesetz-Novelle 2025, in Kraft getreten am 1. April 2025, gingen die Angelegenheiten der öffentlichen Universitäten auf das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung über (in der Folge beide: Wissenschaftsministerium).

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