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Professional MBA Programme Public Auditing

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital des Rechnungshofes. Ihre Qualifikation und ihre Motivation sind wesentliche Grundlage für die hervorragenden Leistungen des Rechnungshofes. Deshalb ist nicht nur ihre Auswahl, sondern auch ihre konsequente Aus- und Weiterbildung von großer Bedeutung.

In Kooperation mit der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien hat der Rechnungshof als berufliche Weiterbildung auf universitärer Ebene das Professional "Master of Business Administration (MBA)" Programm Public Auditing für Prüferinnen und Prüfer der öffentlichen Finanzkontrolle eingerichtet. Diese Grundausbildung auf höchstem Niveau soll prüfungsrelevante Erkenntnisse und Erfahrungen sowohl aus dem Bereich der Wissenschaft als auch aus der Praxis berufsorientiert vermitteln. Gelehrt wird ein fundiertes wirtschaftliches Grundwissen über General Management sowie Spezialisierungen in Finanzwirtschaft und Rechnungswesen, Ökonomie und öffentliches Recht. Die Theorie für die Prüfungsprozesse, Prüfungsmethoden, und Prüfungsstandards soll im Kontakt mit der Praxis weiterentwickelt werden. Der MBA-Lehrgang am Rechnungshof steht auch Teilnehmerinnen und Teilnehmern anderer Kontrolleinrichtungen offen. So wurden bzw. werden in den bisher vier durchgeführten Lehrgängen neben rund 65 Rechnungshof-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern auch rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Organisationen (wie Landes-rechnungshöfen, Internen Revisionen von Ministerien, der Akademie der Wissen-schaften, der Buchhaltungsagentur, der Österreichischen Forschungsförderungs-gesellschaft, der Parlamentsdirektion und der ASFINAG) ausgebildet.

Insgesamt vier Semester dauert die Ausbildung zum "Public Auditor", dabei stehen 13 Unterrichtsblöcke zu je vier bis fünf Tagen bzw. über 30 Lehrmodule auf dem Programm. Abgeschlossen wird der Lehrgang mit dem Verfassen einer Master-These.

Kompetenzzentrum für Finanzkontrolle
Um die Qualität der verwaltungsinternen Kontrollsysteme und der davon unabhängigen externen öffentlichen Finanzkontrolle der EU-Mittel insbesondere in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit der Verwendung der Gemeinschaftsmittel nachhaltig zu verbessern, bedarf es einer hochwertigen, EU-weit einheitlichen fachlichen Aus- und Weiterbildung der Prüferinnen und Prüfer, die im Bereich der Finanzkontrolle tätig sind, um:

  • Prüfungsansätze, Standards, Methoden sowie bewährte Praktiken (Benchmarks) einheitlich zu vermitteln,
  • den Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch und die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis zu forcieren,
  • ein Forschungsfeld für "staatliche Finanzkontrolle" zu etablieren,
  • auf der Grundlage einer hochwertigen, einheitlichen Aus- und Weiterbildung koordinierte Prüfungen auf dem Gebiet der Haushalts- und Wirtschaftsführung sicherzustellen,
  • positive Rückwirkungen auf die Mittelbewirtschaftung und die Kontrollsysteme zu effektuieren und damit ein Bindeglied zwischen der verwaltungsinternen Kontrolle und der externen öffentlichen Finanzkontrolle der Rechnungshöfe der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Rechnungshofes (ERH) zu verankern.

Die Rechnungshöfe aller 27 Mitgliedstaaten der EU unterzeichneten auf Initiative des österreichischen Rechnungshofes bei ihrem jährlichen Treffen im Dezember 2006 eine Resolution zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Finanzkontrolle. Ziele dieses Kompetenzzentrums sollten umfassender Wissenstransfer, hochwertige, EU-weite einheitliche Aus- und Fortbildung, Vermittlung internationaler Prüfungs- und Rechnungslegungsstandards sowie die Verknüpfung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit der Prüfungspraxis sein.

Der "Professional MBA Public Auditing" stellt eine solide Basis für ein zu schaffendes Kompetenzzentrum für Finanzkontrolle in Wien dar.

Graduierungsfeier des 5. MBA-Lehrgangs Public Auditing

20 Absolventinnen und Absolventen des 5. MBA-Lehrgangs Public Auditing (Jahrgang 2013/15) haben gestern, dem 4. November 2015, feierlich das Diplom "Master of Business Administration (Public Auditing)" verliehen bekommen. Neben 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RH absolvierten sieben externe Studentinnen und Studenten, unter anderem von der OeNB, dem Steiermärkischen und Kärntner Landesrechnungshof und dem Kontrollamt der Stadt Villach, den Lehrgang.

RH-Präsident Josef Moser sprach den Absolventinnen und Absolventen für ihre Leistungen und den in den beiden Studienjahren erbrachten Einsatz Dank und Anerkennung aus. Der Professional MBA bietet – was einzigartig auf dem Gebiet der Finanzkontrolle weltweit ist – eine Ausbildung auf höchstem Niveau, bei der Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft erfolgreich vernetzt werden. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch und der Wissenstransfer nützt, wie RH-Präsident Moser weiter betonte, allen Kontrolleinrichtungen, um den Herausforderungen der Finanzkontrolle im europäischen Kontext und globalem Umfeld gerecht zu werden. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechnungshofes stellen den Wert des RH dar“, zitierte RH-Präsident Moser aus dem Leitbild. Die Absolventinnen und Absolventen dieses Lehrgangs tragen „enorm zur Wertsteigerung des RH" bei.

Der wissenschaftliche Leiter, Klaus Gugler, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen in seiner Festrede zum erfolgreichen Abschluss. Mit diesem Lehrgang haben bereits 111 Studentinnen und Studenten graduiert und im Oktober hat gerade der 6. Lehrgang mit weiteren 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestartet. Der MBA-Lehrgang Public Auditing läuft nunmehr seit mehr als 10 Jahren in Kooperation mit dem RH und wird laufend auf Bedürfnisse der Finanzkontrolle angepasst. So wurde zuletzt das Thema Wirkungskontrolle in das Lehrgangsprogramm aufgenommen. Dekanin Barbara Stöttinger unterstrich die international hohe Reputation des MBA-Programms – seit kurzem hat die WU eine „triple crown accreditation“ erhalten und gehört weltweit zu den 73 Top-Wirtschaftshochschulen. Andererseits betonte Stöttinger mit dem Zitat von Albert Einstein – „Wenn man aufhört zu lernen, beginnt man zu sterben“ – die Bedeutung des lebenslangen Lernens.

Abschließend bedankte sich Lehrgangsprecherin Maria Mayr bei Präsident Moser für die Möglichkeit eine derart fundierte Ausbildung machen zu können: „Nur mit gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann die öffentliche Finanzkontrolle ihre Wirkkraft entfalten.“

Sechster MBA-Lehrgang Public Auditing offiziell gestartet

Offizieller Startschuss für den neuen MBA-Lehrgang: Die neue Dekanin der WU Executive Academy, Frau Univ. Prof. Dr. Barbara Stöttinger, und Sektionschefin Mag. Helga Berger haben am 30. September 2015 feierlich den bereits 6. MBA-Lehrgang „Public Auditing“ eröffnet.

Der MBA-Lehrgang 2015-2017 startet mit 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 15 Bediensteten des Rechnungshofes und sechs externen Teilnehmern von Landesrechnungshöfen, eines Stadtrechnungshofes, eines Kontrollamtes, einer Wirtschaftsprüfungskanzlei und eines Bundesministeriums. Insgesamt warten auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 13 Wochenblöcke mit insgesamt 35 Modulen, in 59 Tagen über vier Semester verteilt, ein Praktikum sowie eine Masterthese. Der inhaltliche Bogen spannt sich vom Management in öffentlichen Institutionen über Prüfungsprozesse, Prüfungsmethodik, Investitionsrechnungen, volkswirtschaftliche Evaluierungen bis zu Aspekten der Globalisierung.

Die nächsten beiden Jahre seien für die Teilnehmenden als „Learning journey“ zu sehen, so die neue Dekanin Stöttinger. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden sich nun auf eine Reise mit dem klaren Ziel machen, in zwei Jahren den MBA „Public Auditing“ abzuschließen. Es würden neue inhaltliche Welten durchreist werden, aber auch eine Reise zu sich selbst stattfinden. Dekanin Stöttinger betonte dabei, dass Herausforderungen auf die Reisenden zukommen werden würden, aber diese nicht alleine zu meistern seien, sondern die Kollegenschaft im Lehrgang, die Kolleginnen und Kollegen in der Arbeit, Familie und Freunde einem unterstützend zur Seite stünden. Sie wünschte den Teilnehmenden, dass nicht die Verzweiflung, sondern die Freude am erreichten Ziel, am Ende dieser zweijährigen Reise steht.

Sektionschefin Berger, welche den Lehrgang stellvertretend für Präsident Moser eröffnete, betonte, dass es dem Rechnungshof ein besonderes Anliegen sei, trotz Budgetknappheit, den MBA-Lehrgang als Grundausbildung zu ermöglichen. Die Vernetzung zwischen Praxis und Wissenschaft sei bestens gelungen – die Ausbildung auf höchstem Niveau eine Erfolgsgeschichte. Sektionschefin Berger betonte, dass Sie als Vorgesetzte sehe, was der Lehrgang an Wissenstransfer bringt. Der Rechnungshof könne seine Prüfungstätigkeit auf fundiertem Wissen stützen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des MBA-Lehrganges hätten die Möglichkeit, sich mit neuen Erkenntnissen, Erfahrungen und Entwicklungen auseinander zu setzen. Mit der WU sei dafür der richtige Partner gefunden worden. Diese Weiterbildung stelle eine gute Investition dar, so Sektionschefin Berger, aber es gebe auch die berechtigte Erwartung, dass das Erlernte im Prüfungsalltag eingebracht wird. Abschließend wünschte Sektionschefin Berger allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen erfolgreichen MBA-Lehrgang.