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Kontrolle zahlt sich aus

Jubiläum

Im Jahr 1761 von der Habsburgerin Maria-Theresia als „Hofrechencammer“ gegründet, blickt der Rechnungshof heute auf eine wechselhafte Geschichte zurück, die das Fundament seiner jetzigen Tätigkeit und der zukünftigen Herausforderungen bildet. Der Rechnungshof nützte mit zahlreichen Projekten dieses Jubiläumsjahr – mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern die Aufgaben der externen öffentlichen Finanzkontrolle im Rahmen des demokratischen Systems näher zu bringen. Die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass in der Demokratie die Kompetenzen des Rechnungshofes stets zunehmen. Das unterstreicht die Wichtigkeit der externen Gebarungskontrolle für das Funktionieren einer Demokratie.

Die Projekte rund um das 250-Jahr-Jubiläum sollen aufzeigen, dass sich Kontrolle auszahlt und dass dazu eine starke, unabhängige Kontrollbehörde unabdingbar ist. Aus den präsentierten Inhalten des Jubiläumsjahres soll klar werden: Transparente Kontrolle sichert den bestmöglichen Einsatz öffentlicher Mittel, trägt zur Verbesserung der Qualität öffentlichen Handelns bei und verhindert Geldverschwendung sowie Korruption.

Die positiven Rückmeldungen auf die bereits durchgeführten bzw. noch immer laufenden Projekte sind dem Rechnungshof Auftrag, diese Initiativen auch über das Jubiläumsjahr hinaus weiterzuverfolgen. So ist etwa eine Wanderausstellung ab April 2012 in den neun Landtagen zu Gast. In weiterer Folge wird diese Wanderausstellung an Schulen und Universitäten gezeigt.

Festschrift

Das Jubiläum 250 Jahre Rechnungshof ist ein entsprechender Anlass, die Bedeutung einer unabhängigen Finanzkontrolle für Staat und Gesellschaft zu reflektieren. Der Blick in die vergangenen zweieinhalb Jahrhunderte zeigt, dass die Kontrolle immer ein Gradmesser für das Funktionieren eines Staatswesens war und ist, ein Indikator für dessen Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und Qualität.

Die Geschichte lehrt uns, dass die Kontrolle - ebenso wie die Staats- und Verwaltungsformen - immer einem Wechselspiel der Kräfte ausgesetzt war und ist. Die Rahmenbedingungen der Kontrolle haben sich mehrfach verändert, dabei hat sich aber immer gezeigt, ohne funktionierende Kontrolle fehlt ein wesentlicher Pfeiler im Staatsgefüge.
Auf den Punkt gebracht heißt das: Kontrolle zahlt sich aus.

Entscheidend ist, dass die Kontrolle den aktuellen Anforderungen gerecht wird. Sie muss immer offen für Reformen sein - auch und gerade bei sich selbst -, um ihre staatspolitische Funktion erfüllen zu können. So muss auch der Rechnungshof mit gutem Beispiel vorangehen.

Diesen Weg ist der Rechnungshof in den vergangenen Jahren konsequent gegangen, wie dies auch die Beiträge in dieser Festschrift ausführlich darlegen.

Die Festschrift bietet aber nicht nur einen Blick in die Arbeitsweise des Rechnungshofes, sondern vor allem auch einen Blick von außen auf die Institution Rechnungshof. Ich danke allen Autoren aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien für ihre aufschlussreichen Reflexionen, an der Spitze dem Herrn Bundespräsidenten, Heinz Fischer, sowie dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, die sowohl die Prüftätigkeit als auch die Aktivitäten des Rechnungshofes als INTOSAI-Generalsekretariat würdigen.

Der Rechnungshof steht fest verankert im Heute, zieht dabei die Lehren aus der Vergangenheit und gleichzeitig Schlüsse für die Zukunft.

Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sie stellen „den Wert des Rechnungshofes dar", wie es im Leitbild treffend heißt. Mich beeindruckt, mit wie viel Engagement und Professionalität sie unsere Kernaufgabe Prüfen und Beraten bewältigen und wie sehr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Modernisierungsprozess unterstützt haben, um den Rechnungshof fit für die Zukunft zu machen. Der Rechnungshof wird damit auch weiterhin seinen unabhängigen, objektiven und wirksamen Beitrag zum Funktionieren unseres Staates leisten.

Bestellmöglichkeit

Festakt

Rechnungshofpräsident Josef Moser lud gemeinsam mit der Präsidentin des Nationalrats Barbara Prammer zu einem Festakt am 27. Oktober 2011 ins Parlament. Dass dieser Festakt im Parlament - der Vertretung der Bürgerinnen und Bürger Österreichs - stattfand, demonstrierte die große Verbundenheit zwischen der Gesetzgebung und der Kontrolle. Zahlreiche nationale und internationale Gäste, aktive und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechnungshofes folgten der Einladung und fanden sich im historischen Sitzungssaal des Parlaments, in dem schon vor über 130 Jahren die Vertreter der Kronländer um stärkere Kontrollrechte kämpften, ein. Die Betrachtungen der hochrangigen Redner verwiesen nicht nur auf die historische Bedeutung der Kontrolle in Österreich, sondern strichen vor allem seine umfangreichen gegenwärtigen Tätigkeiten als Prüfer und Berater hervor. Darüber hinaus wurde auch ein Ausblick in die Zukunft vorgenommen, insbesondere wenn es darum geht, noch bestehende Prüflücken zu schließen.

Künstlerisch umrahmt wurde der Festakt durch das KOEHNEQuartett mit einem musikalischen Streifzug durch die letzten 250 Jahre. Im Anschluss an den Festakt konnte bei einem Empfang in der Säulenhalle die Ausstellung des Rechnungshofes „Kontrolle zahlt sich aus“ besichtigt werden. Mit anregenden Gesprächen und Diskussionen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kontrolle in Österreich klang der Abend gebührend aus. 

Zu den Fotos

Ansprachen

Ende Oktober beging der Rechnungshof mit einem feierlichen Festakt im Parlament sein 250-Jahr-Jubiläum. Die gesamte Staatsspitze und mehr als 500 Gäste waren ins Hohe Haus gekommen. Zu der Feier im Historischen Sitzungssaal und Eröffnung der Ausstellung „Kontrolle zahlt sich aus“ in der Säulenhalle hatten Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Rechnungshofpräsident Josef Moser eingeladen. 

Insgesamt zwölf Festredner gratulierten dem RH, darunter Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Michael Spindelegger und die Klubobleute aller Parlamentsparteien, Simon Illmer, Präsident des Salzburger Landtages und derzeitiger Vorsitzender der Landtagspräsidenten-Konferenz sowie als internationaler Vertreter der Präsident des südafrikanischen Rechnungshofs und Vorsitzende der INTOSAI, Terence Nombembe.

Rechnungshofpräsident Josef Moser dankte den Gästen: „Ihre Anwesenheit und die heutigen Festreden sind ein eindrucksvoller Beweis für den Stellenwert, den die Kontrolle in Österreich für die Demokratie und für die Bürgerinnen und Bürger hat.“ Die Geschichte lehrt uns, so Moser wörtlich: „Kontrolle schafft den erforderlichen Überblick über die Finanzen und die Schulden, Kontrolle schafft Transparenz und stärkt die Rechenschaftspflicht, Kontrolle liefert fundierte Fakten und Zahlen, Kontrolle sichert das Vertrauen in staatliches Handeln, Kontrolle sichert das Vertrauen in den Finanzplatz und ist ein Eckpfeiler der Demokratie.“ Der Rechnungshof sei sich seiner Verantwortung bewusst und stelle sich den Herausforderungen, „um mit gutem Beispiel voranzugehen.“ 

Ausstellung

Mit dem Festakt zum 250-Jahr-Jubiläum des Rechnungshofes wurde gleichzeitig auch die Ausstellung „Kontrolle zahlt sich aus“ eröffnet. Die Ausstellung beleuchtete Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Rechnungshofes. Zahlreiche Exponate aus 250 Jahren Rechnungshofkontrolle, dazu Schaubilder, leicht verständliche Grafiken sowie zahlreiche interaktive Stationen brachten den Besucherinnen und Besuchern Geschichte, Arbeitsweise und Wirkung der Kontrolle in Österreich näher. Die Ausstellung wurde anhand von zehn Themeninseln aufbereitet, die den Besucherinnen und Besuchern einen Blick hinter die Kulissen des Rechnungshofes ermöglichten. Der historische Bogen spannte sich vom Zeitalter Maria Theresias, dem Kaisertum Österreich und der k.u.k.-Monarchie über die Erste Republik, den „Ständestaat“ und die NS-Zeit bis zur Gegenwart und Zukunft mit ihren internationalen Vernetzungen.

Das wesentlichste Gestaltungselement und Leitmotiv der Ausstellung waren die Ziffern von 0 bis 9. Die zehn Ausstellungskuben waren in Form und Gestaltung jeweils einer dieser Ziffern nachempfunden. Sie stellten damit nicht nur einen „natürlichen“ Ordnungsrahmen durch die Ausstellung dar, sondern standen auch gleichzeitig für die erste Assoziation, die viele Bürgerinnen und Bürger bei „Rechnungshof“ und „Kontrolle“ haben, nämlich: Ziffern, Zahlen, Rechnung und mathematische Operationen. Dass der Rechnungshof mehr macht, als Rechnungen und Abschlüsse auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, sollte den Besucherinnen und Besuchern anhand der Ausstellung mitgegeben werden. Als Besucher konnte man durch die Gestaltung in der Tat einen Blick hinter die Zahlen werfen und sich durch die Betrachtung der Exponate und Schautafeln im Inneren der Kuben die Inhalte der Ausstellung erarbeiten. Das Prinzip des „Hinter-die-Zahlen-Blickens“ wurde auch vielfach an der Hülle der Kuben verwendet: Hinter Klapptafeln verbargen sich Antworten auf Fragen oder Schautafeln.


Ein ganz besonderes Augenmerk wurde auf die Arbeitsweise des Rechnungshofes gelegt. „Wie prüft der Rechnungshof?“ und „Was passiert mit den Empfehlungen des Rechnungshofes?“ sind häufig gestellt Fragen. Die Antworten darauf gab die Ausstellung. Dabei wurden darüber hinaus auch das Zusammenspiel zwischen Exekutive und Legislative, die Budget- und Kontrollhoheit der gesetzgebenden Körperschaften und die Funktion des Rechnungshofes als Lieferant von Zahlen und Fakten für den politischen Entscheidungsprozess präsentiert.

Um das Bewusstsein der Jugend für die Kontrolle in Österreich zu wecken und zu festigen, hat sich der Rechnungshof etwas Besonderes einfallen lassen: Die Themeninseln sind in einem Comic-Heft aufbereitet, das alle jugendlichen Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erhalten. Denn die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler von morgen.

Comic

Ein besonderes Augenmerk legte der Rechnungshof auf eine jugendgerechte Aufbereitung der Inhalte der Austellung "250-Jahre Rechnungshof". Leicht verständlich soll dieser Altersgruppe die Wichtigkeit einer unabhängigen Kontrolle in der Demokratie gezeigt werden.

Die in der Austellung gezeigten zehn Themencluster – vom Zeitalter Maria Theresias, dem Kaisertum Österreich und der k.u.k.-Monarchie über die Erste Republik, „Ständestaat“ und NS-Zeit sowie Zweite Republik bis zu Internationaler Vernetzung, Gegenwart und Zukunft sind für Schülerinnen und Schüler auch in Form von Comic-Geschichten aufbereitet. 

Kontakt

Mag. Doris Grabherr, MBA MA

Tel.: (+ 43 1) 711 71 - 8264

Fax: (+ 43 1) 711 71 - 8292

E-Mail: presse(AT)rechnungshof.gv.at

Anhang

Ausstellung Kontrolle zahlt sich aus 250-Jahre Rechnungshof
Ausstellungskonzeption: Rechnungshof/Armin Laussegger, Hans-Georg Windhaber
Ausstellungsarchitektur und konzeptionelle Mitarbeit: bwm architekten/Erich Bernard, Christoph Panzer, Gerhard Girsch
Ausstellungsgrafik: Rechnungshof/Gundula Haim-Schopper
Ausstellungsbau: Artex/Jakob Pieringer, Martin Maurer
Arthandling: Kunsttrans/Albert Jenisch
Druck: Viennaprint
Museumspädagogische Beratung: Christian Rapp, rapp&wimberger Kultur- und Medienprojekte
Restauratorische Betreuung: Violetta Miller