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Wilhelminenspital der Stadt Wien; Bauliche Erhaltungsmaßnahmen und baulicher Zustand

Themen: Bau Krankenanstalten
Kurzfassung

Im Zeitraum 2005 bis 2011 stiegen die Kosten für Erhaltungsmaßnahmen im Wilhelminenspital (insgesamt 134,73 Mio. EUR) jährlich um durchschnittlich 18 %. Den Ausgaben lag kein mittel– bis langfristiges Erhaltungskonzept zugrunde. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hatte verabsäumt, für das Wilhelminenspital eine kontinuierliche Zustandserfassung und Maßnahmenplanung zu implementieren.

Das Wilhelminenspital bestand, dem Konzept der Pavillonbauweise folgend, aus 66 Gebäuden. Die insgesamt 52 Bettenstationen waren in 30 Gebäuden (Pavillons) untergebracht. Elf von 28 im Jahr 2010/2011 bewerteten Bettenstationen wiesen einen Bauzustand mit der schlechtesten Bewertung auf. Fünf Gebäude — darunter zwei Gebäude, die schon in der Bauzustandsbewertung 2001 als „schlecht“ bewertet wurden — wiesen so gravierende Mängel auf, dass sie laut Technischer Direktion ehestens abgesiedelt werden sollten.

Bauliche Erhaltungsmaßnahmen wurden im Wilhelminenspital im Rahmen unterschiedlicher Projektorganisationen abgewickelt: durch den KAV oder das Wilhelminenspital, in Eigenleistung oder mit Fremdleistung. Das Fehlen einer übergreifend einheitlichen Projektorganisation sah der RH kritisch. Mit der bei einem überprüften Projekt vorgefundenen nahezu gänzlichen Auslagerung der Bauherrn- verantwortung an externe Konsulenten waren zudem ein interner Know–how–Verlust und eine hohe Abhängigkeit verbunden.

Ein unternehmenseinheitliches Internes Kontrollsystem (IKS) fehlte, das Vier–Augen–Prinzip wurde nicht konsequent eingehalten. Das hatte Fehlleistungen in der Projektsteuerung und Bauabwicklung zur Folge: Schwellenwertüberschreitungen in Vergabeverfahren, mangelhafte Leistungsverzeichnisse und dadurch umfängliche Abweichungen der ausgeführten von den ausgeschriebenen Mengen, Vergütungen von nicht beauftragten Zusatzleistungen.