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Hypo Tirol Bank AG

Themen: Banken und Versicherungen
Kurzfassung

Die HYPO TIROL BANK AG verfolgte in den Jahren 2003 bis 2008 einen Wachstumskurs, der auf mehreren Strategien beruhte. In diesem Zeitraum weitete sie ihr Kreditvolumen unter Hereinnahme hoher Risiken aus. Die Verfolgung der strategischen Wachstums­ziele erfolgte u.a. durch Ausweitung des Kreditengagements außerhalb der strategi­schen Märkte sowie in Branchen, für die Spezialkenntnisse fehlten.

Wiederholt wiesen im Zeitraum 2001 bis 2011 interne und externe Prüfungsinstitutionen auf System– und Prozessmängel bei der HYPO TIROL BANK AG hin. Die Kommunikation festgestellter Schwachstellen der internen und externen Prüfungs­institutionen durch den Vorstand an den Aufsichtsrat war mangelhaft. So flossen wesentliche Feststellungen der Abteilung Revision nicht in die Quartalsberichterstattung ein oder blieben Prüfungsfeststellungen der Oesterreichischen Nationalbank in den Aufsichtsratssitzungen teilweise unerwähnt. Darüber hinaus lagen auch dem Vorstand keine vollständigen Informationen zum Italiengeschäft vor; dies aufgrund von mangelhaften Schnittstellen zu den in Italien eingesetzten EDV– Systemen und zum Teil bedingt durch die mangelnde Zweisprachigkeit der zuständigen Mitarbeiter.

Die konsequente Verfolgung der Wachstumsstrategien ohne gleichzeitiger Ausgestaltung entsprechender interner Systeme und Prozesse trug zu einem zusätzlichen Abschreibungsbedarf im Italiengeschäft von rd. 120 Mio. EUR im Jahr 2011 und letztendlich zu einer beihilfenrechtlich relevanten Kapitalzuführung des Eigentümers in Höhe von 220 Mio. EUR im Jahr 2012 bei.