Finanzierungsinstrumente der Gebietskörperschaften mit Schwerpunkt Land Niederösterreich
Kurzfassung
ALLGEMEINER TEIL
Die Strategien des Schulden- und des Veranlagungsmanagements der überprüften Gebietskörperschaften waren unterschiedlich ausgeprägt und geregelt. Dies zeigte sich sowohl bei der Zinsstruktur der Finanzschulden als auch hinsichtlich des Ausmaßes an Fremdwährungsverbindlichkeiten und der Inanspruchnahme von Derivativgeschäften sowie bei den Veranlagungen. Das Risikomanagement war in den überprüften Gebietskörperschaften nicht durchgängig professionell aufgebaut bzw. eingesetzt.
FINANZIERUNGSMANAGEMENT DES LANDES NIEDERÖSTERREICH
Das Land Niederösterreich führte Derivativgeschäfte mit hohem Volumen und zum Großteil ohne direkten Bezug auf ein Grundgeschäft durch. Das Limit für den Value at Risk als Risikomaß eines möglichen Verlustes der so genannten Sondergeschäfte wurde im Dezember 2008 überschritten. Das Land Niederösterreich finanzierte sich im überprüften Zeitraum überwiegend durch variabel verzinste Darlehen. Durch den Einsatz von Währungstauschverträgen erhöhte sich der Fremdwährungsanteil der Finanzschuld. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und der Fremdwährungsfinanzierungen konnte sich das Land günstig finanzieren sowie durch den Einsatz von Derivativgeschäften seine Zinsbelastung um 120,28 Mill. EUR verringern. Diesem Finanzierungsvorteil stand ein erhöhtes Zinsänderungs- und Wechselkursrisiko gegenüber.




